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Hochschulpolitik

Soziale Infrastruktur ausbauen!

Ein Bund-Länder-Programm für mehr Kapazitäten in den Bereichen Wohnheime, Mensa, Kita und Beratung muss her. Vorbild: die gemeinsamen Hochschulpakte von Bund und Ländern für zusätzliche Studienplätze.

Bund und Länder müssen endlich einen zusätzlichen, gemeinsamen Hochschulpakt zur Förderung der sozialen Infrastruktur auflegen, fordern die Studentenwerke.

45.000 preisgünstige Wohnheimplätze

Teilnehmer des Runden Tisches bei der Pressekonferenz: Fünf Personen stehen in einer Reihe und hören dem Bundesverkehrsminister zuAn erster Stelle werden 45.000 zusätzliche, preisgünstige Wohnheimplätze gebraucht. Es gibt so viele Studierende wie noch nie zuvor. Bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist für viele ein großes Problem, gerade zum Beginn des Wintersemesters.
Außerdem wollen Bund und Länder bis zum Jahr 2020 die Zahl der ausländischen Studierenden auf 350.000 erhöhen. Dieses Ziel haben sie in ihrer gemeinsamen Internationalisierungsstrategie formuliert. Das Studentenwohnheim ist die bevorzugte Wohnform ausländischer Studierender.

Insgesamt ergibt sich aus der hohen Zahl von Studierenden und aus der Internationalisierungsstrategie von Bund und Ländern ein dringender Bedarf von 45.000 zusätzlichen, preisgünstigen Wohnheimplätzen. Dafür werden rund 1,44 Milliarden Euro Investitionszuschuss von Bund und Ländern benötigt.

Die in aller Regel hochpreisigen Angebote privater Investoren sind keine Lösung für ausländische Studierende oder deutsche Studierende mit geringen Einnahmen – um die geht es uns besonders.

Kein Schlangestehen in der Mensa

Damit die Studierenden in der Mensa nicht Schlange stehen müssen, fordern die Studentenwerke weitere 200 Millionen, um ihre Mensakapazitäten ausbauen zu können. Gerade in den zeitlich eng getakteten Bachelor-Studiengängen müssen viele Studierende zur selben Zeit essen; es kommt zu Wartezeiten an den Mensatheken.

Beratungsangebote ausbauen

Die Nachfrage der Studierenden nach studienbegleitender Beratung ist deutlich gestiegen und hat für sie oft eine existenzielle Bedeutung. Die wichtigsten Themen in den Sozialberatungsstellen und in der psychologischen Beratung der Studentenwerke sind beispielsweise die Studienfinanzierung, Fragen zum Unterhaltsrecht, Krankenversicherung und Wohngeld sowie Arbeitsstörungen, Prüfungsängste, Schwierigkeiten beim Studienabschluss, Identitätskrisen und Selbstwertzweifel.
Großen Beratungsbedarf haben insbesondere Studierende mit Kind, Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit sowie ausländische Studierende.

Um die Angebote bedarfsgerecht auszubauen, werden 120 zusätzliche Berater/innen gebraucht. Bisher gibt es dafür keinen Cent mehr von Bund und Ländern.

Mehr Kita-Plätze

Auch die Kapazitäten bei der Kinderbetreuung reichen nicht. 5 Prozent der Studierenden haben mindestens ein Kind. Und über die Hälfte der Kinder ist unter drei Jahre alt.
Durch beispielsweise Seminare und Vorlesungen in der Abendzeit und unregelmäßige Sprechstunden und Prüfungstermine sind studentische Eltern vor allem auch auf flexible Kurzzeitbetreuung außerhalb der Regelbetreuungszeit angewiesen.

Die Studentenwerke bieten all das. Aber es sind 2.000 zusätzliche Plätze samt qualifiziertem Personal notwendig, um den Campus familienfreundlich zu gestalten.