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Soziale Selektivität

Mehr Chancengleichheit!

Das Deutsche Studentenwerk setzt sich politisch für mehr Chancengleichheit ein, und die Studentenwerke tun vor Ort viel dafür.

Aufsteller auf der Hochschulmesse der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Frage "Studium? - Ja, Nein, Vielleicht"Deutschlands Hochschulsystem ist geprägt von starker sozialer Selektivität. Das zeigt der „Bildungstrichter“ aus der 20. Sozialerhebung: Von 100 Akademiker-Kindern studieren 77. Von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund schaffen hingegen nur 23 den Sprung an die Hochschule.

Auch der Bildungsweg bis zum Studium ist geprägt von sozialer Selektivität, gerade bei den Übergängen von einer Schulform zu einer höheren, beispielsweise von der Grundschule aufs Gymnasium.

Das Deutsche Studentenwerk setzt sich politisch für mehr mehr Chancengleichheit, beim Hochschulzugang und im Studium ein:

  • Wir haben uns erfolgreich gegen Studiengebühren eingesetzt – weil wir sie für falsch halten und befürchten, sie können die soziale Selektivität noch verschärfen.
     
  • Wir engagieren uns für ein starkes BAföG, weil damit auch Menschen aus einkommensschwächeren Familien studieren können.

Schematische Darstellung von Hochschulzugangschancen aus der 20.SozialerhebungDie Studentenwerke realisieren Chancengleichheit

Die Studentenwerke sorgen ganz konkret für mehr Chancengleichheit:

  • mit günstigem, gutem Mensaessen, das den studentischen Geldbeutel schont.
     
  • mit mehr als 183.000 preisgünstigen, campusnahen Wohhheimplätzen – die günstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses.
     
  • mit kostenloser, auf Studierende zugeschnittene Beratung.
     
  • mit Kinderbetreuung für studentische Eltern.
     
  • mit BAföG und umfassender Studienfinanzierungsberatung.
     

Gerade diese studienbegleitende Beratung der Studentenwerke ist wichtig, um mehr junge Menschen aus Nicht-Akademikerfamilien für ein Studium zu begeistern. Wir fordern von der Politik, die Zahl der Beraterinnen und Berater rasch um mindestens 120 zu erhöhen.

Inklusion auch an der Hochschule

Ein besonderes Anliegen ist, dass auch Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit gleichberechtigt studieren und am Leben in der Hochschule teilhaben können. Dafür setzt sich unsere Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerk ein. Das ist ein Kompetenzzentrum, das eng mit den Beratenden und Beauftragten für Studierende mit Behinderung an den Hochschulen und Studentenwerken zusammenarbeitet und auch persönlich berät. Seit mehr als 30 Jahren wird die IBS vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

7 Prozent der Studierenden haben eine Behinderung oder chronische Krankheit. Wir haben sie im Jahr 2011 online zu ihrer Studiensituation befragt. Die Studie "beeinträchtigt studieren" ist eine wichtige Daten- und Entscheidungsgrundlage für die Hochschulpolitik in Deutschland.

Deutschland hat sich über die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verpflichtet, Menschen mit Behinderung den diskriminierungsfreien und chancengleichen Zugang zur Hochschulbildung zu gewährleisten. Die Hochschulrektorenkonferenz hat dazu die Empfehlung "Eine Hochschule für Alle" veröffentlicht, und auch die Studentenwerke haben sich im Jahr 2010   in einem Beschluss auf ihrer Mitgliederversammlung diesem Ziel verpflichtet.

40 der 58 Studentenwerke bieten Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit Beratung an. Die Studentenwerke Berlin und Hannover sowie das Akademische Förderungswerk Bochum haben eigene Beratungsstellen.