DruckversionPDF version
Internationalisierung

Integration gibt's nicht zum Nulltarif

Bund und Länder haben in einer gemeinsamen Internationalisierungsstrategie das Ziel formuliert, die Zahl ausländischer Studierender bis zum Jahr 2020 auf 350.000 zu erhöhen. Nur: Wo sollen diese fast 100.000 zusätzlichen ausländischen Studierenden wohnen?

Zwei Menschen die vor einem Plakat stehen. Es zeigt viele bunte Streichhölzer mit dem Slogan "Integration steckt an"Internationalisierung ist ein Mega-Trend im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Deutschland ist eines der beliebtesten Länder für international mobile Studierende. Das finden wir gut, und wir wollen, dass das auch so bleibt.

Wenn nun aber Bund und Länder fast 100.000 zusätzliche ausländische Studierende an Deutschlands Hochschulen holen wollen, fragen wir uns: Wo sollen diese Studierenden unterkommen? Wer betreut sie, akademisch, sozial?

Die Angebote der Studentenwerke für ausländische Studierende wurden bisher über befristete staatliche Programme wie „PROFIN“ realisiert. Bund und Länder fordern wir auf, eine dauerhafte Finanzierung sicherzustellen.

Wohnen

Die Wohnungssuche ist für ausländische Studierende in Deutschland das größte Problem. Das Studentenwohnheim ist die beliebteste Wohnform ausländischer Studierender. Schon heute sind von den rund 183.000 Wohnheimplätzen, die die Studentenwerke bundesweit anbieten, rund 65.000 von ausländischen Studierenden belegt, Tendenz steigend.

Wir benötigen dringend zusätzliche Wohnheimplätze – für ausländische, aber auch für deutsche Studierende. Internationalisierung gibt es nicht zum Nulltarif. Wer Internationalisierungsziele steckt, muss auch die Mittel dafür bereitstellen.

Beratung

Auch die Orientierung im Studiensystem und die Finanzierung von Studium und Lebensunterhalt bereiten den ausländischen Studierenden große Probleme. Sie sind auf eine umfassende Beratung angewiesen. Dies ist nur möglich durch mehr Beratungsangebote.

Kinderbetreuung

In den Kindertagesstätten der Studentenwerke kommen Kinder von Studierenden aus verschiedensten Ländern zusammen. Dringend benötigt werden mehr Kinderbetreuungsplätze: 11 Prozent der ausländischen Studierenden sind Eltern.

Integration durch Kultur

Kultur schafft einen Ort, an dem Begegnungen stattfinden. Die Studentenwerke bieten ein vielseitiges Kultur- und Workshop-Programm an. Studierende aus aller Welt treffen hier mit Deutschen zusammen und knüpfen Kontakte. Dies soll ihnen vor allem dabei helfen, während ihres Studienaufenthalts in Deutschland nicht zu vereinsamen, sondern rasch Anschluss zu finden.