Studienfinanzierung

Kindergeld und Steuerfreibeträge

Der Staat entlastet Eltern durch das Kindergeld und Steuerfreibeträge, wenn sie verpflichtet sind, ihren Kindern Unterhalt zu zahlen. Informationen zum Kindergeld können auch für Studierende direkt relevant sein.

Kindergeld

Nach der Geburt eines Kindes beantragen die Eltern üblicherweise das Kindergeld bei der zuständigen Familienkasse. Das Geld wird bis zur Volljährigkeit des Kindes an die Eltern gezahlt.

Ab dem 18. Geburtstag des Kindes wird Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs nur gezahlt, wenn sich das "Kind" in der Schul- oder Berufsausbildung (Studium) befindet oder einen anerkannten Freiwilligendienst absolviert. Wenn darüber Nachweise bei der Familienkasse vorgelegt werden, wird das Geld grundsätzlich weiterhin an die Eltern gezahlt.

Achtung: Studierende, die bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, haben dann einen Anspruch auf Kindergeld, wenn sie höchstens 20 Stunden in der Woche regelmäßig arbeiten oder einen Minijob ausüben. Das gilt ebenfalls nur bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs.

Ein Masterstudium ist dann Teil einer einheitlichen Erstausbildung, wenn es zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelorstudiengang abgestimmt ist. Wer ein solches Masterstudium absolviert, kann wöchentlich mehr als 20 Stunden arbeiten, ohne den Anspruch auf Kindergeld zu gefährden. So entschied der Bundesfinanzhof am 3.9.2015 (AZ.: VI R 9/15).

Bei der Planung eines Urlaubssemesters sollte die Familienkasse überprüfen, ob der Anspruch auf Kindergeld weiterbesteht.

Hinweis: Studierende können für sich selbst bei der Familienkasse Kindergeld beantragen, wenn ihre Eltern

  1. keinen Antrag stellen oder
  2. keinen Unterhalt leisten, obwohl sie dazu verpflichtet sind.

So kommen laut 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks die Eltern von 123.000 Studierenden ihrer Ausbildungsunterhaltsverpflichtung nur bis maximal 500 Euro pro Monat nach.

Steuerfreibeträge

Der sogenannte Familienleistungsausgleich (gemäß § 31 Einkommenssteuergesetz) besagt, dass das Einkommen der Eltern in Höhe des Existenzminimums eines Kindes steuerlich freigestellt wird. Dadurch werden die finanziellen Belastungen gemildert, die den Eltern durch ihre Unterhaltspflicht entstehen. Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs der Studierenden prüft das Finanzamt bei der Veranlagung zur Einkommensteuer der Eltern automatisch, welche Variante der beiden folgenden günstiger ist:

  1. Kindergeld + steuerlicher Ausbildungsfreibetrag
    oder
  2. steuerlicher Kinderfreibetrag + steuerlicher Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung + steuerlicher Ausbildungsfreibetrag
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