26.04.2024

Zwischen Kummer und Klausuren

Wie die Psychosozialberatung des Studierendenwerks Frakfurt am Main seit 10 Jahren Studierenden in seelischen Krisen hilft

Hauptberatungsanliegen in der Psychosozialberatung des Studierendenwerks Frankfurt am Main aus dem Jahr 2023.

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Seit mittlerweile zehn Jahren ist die Psychosozialberatung (PSB) des Studierendenwerks Frankfurt am Main eine wichtige Anlaufstelle für eine stetig wachsende Zahl hilfesuchender Studierender. Mit einem Team aus derzeit fünf Psycholog*innen und einer Mitarbeiterin am Empfang hat sich die Teamgröße in den letzten Jahren mehr als verdoppelt und trägt somit einer Entwicklung Rechnung, die vor allem seit der Corona-Pandemie eine starke Nachfrage nach psychologischer Beratung bei den Studierendenwerken bundesweit verzeichnet.

Das Angebot der Psychosozialberatung ist neben den Themen Wohnen, Essen & Trinken und Beratung & Finanzierung eine weitere zentrale Säule des Studierendenwerks Frankfurt am Main, um den Studierenden die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen. Die Beratung ist kostenlos, streng vertraulich und kann bei Bedarf anonym stattfinden.

Neben terminierten Einzelberatungen finden zweimal wöchentlich offene Sprechstunden auf dem Campus Westend statt, die es den Studierenden ermöglichen, kurzfristig und ohne wochen- oder monatelange Wartezeit psychologische Hilfe und Unterstützung zu finden. Die Psychosozialberatung bietet somit einen niedrigschwelligen und unkomplizierten Zugang zu psychologischer Hilfe. Auch an anderen Hochschulstandorten wie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt und der Hochschule für Gestaltung, Offenbach, wird eine offene Sprechstunde für die Studierenden angeboten.

Gruppenangebote und Vorträge zu studienbezogenen und psychologischen Themen gehören ebenso zum Angebot der Psychosozialberatung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention psychischer Krisen im Studium.

Darüber hinaus berät die Psychosozialberatung bei Bedarf auch Dozierende, Hochschulmitarbeitende sowie Angehörige von Studierenden, die Fragen zum Umgang mit belasteten Studierenden haben.

Den ratsuchenden Studierenden wird eine professionelle Beratung, die wissenschaftlich begründete Beratungs- und Therapiemethoden mit klinischem Störungswissen und Kenntnissen über die entwicklungspsychologischen Besonderheiten und Herausforderungen des jungen Erwachsenenalters vereint, angeboten.

Von 2014 bis 2023 hat die PSB so über 4000 Studierende beraten und ca. 14.000 Gespräche in Beratungsterminen und offenen Sprechstunden geführt. Schwerpunktthemen der Beratungen sind persönliche Krisen und studienbezogene Probleme. Die Hauptanliegen, mit denen sich Studierende für eine Einzelberatung an die Beratungsstelle wenden, sind grüblerische und sorgenvolle Gedanken, Stress und Erschöpfung, Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten, mangelndes Selbstwertgefühl, Ängste und depressive Verstimmungen.

Belegt wird diese Entwicklung von den Ergebnissen der 22. Sozialerhebung „Die Studierendenbefragung in Deutschland“: Bereits vor der Coronapandemie litten Studierende zunehmend unter Stress, depressiven Symptomen oder einer Kombination aus beidem. Das allgemeine Stressleben von Studierenden in Deutschland befindet sich auf einem hohen Niveau. 48 Prozent der befragten Studierenden gaben laut Sozialerhebung im Sommersemester 2021 an, sich in den letzten Wochen (sehr) häufig gestresst gefühlt zu haben; rund 42 Prozent fühlten sich durch ihr Studium (sehr) häufig ausgelaugt.

Alle Informationen zur 22. Sozialerhebung finden Sie hier:

https://www.swffm.de/studierendenwerk/22-sozialerhebung

In den vergangenen zehn Jahren hat es sich als hilfreich erwiesen, im ständigen Austausch mit anderen Beratungsstellen zu sein, um aktuellen Trends an den Hochschulen und Bedarfen der Studierenden begegnen zu können. Die Psychosozialberatung arbeitet eng mit psychotherapeutischen Behandler*innen und Akteuren der Gesundheitsversorgung in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet zusammen und steht auch hessen- und bundesweit innerhalb des Dachverbands Deutsches Studierendenwerk in einem engen Erfahrungsaustausch.