IBS Newsletter vom 23.10.2018

Tipps und Informationen Nr. 9 / 2018

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Datenerhebung "beeinträchtigt studieren - best2"

Zum zweiten Mal wurden im Wintersemester 2016/17 Studierende mit Beeinträchtigungen bundesweit zu ihrer Studiensituation befragt. Die Ergebnisse der Erhebung wurden Ende September 2018 veröffentlicht. Die Studie wurde gemeinsam vom DSW und dem DZHW (in Kooperation mit dem IHS Wien) durchgeführt und vom BMBF gefördert. Die Befragung richtete sich an die 11 % Studierenden, die laut Sozialerhebung des DSW eine studienrelevante Beeinträchtigung haben. An der Befragung beteiligten sich ca. 20.000 Studierende von 153 Hochschulen. Die Ergebnisse der Vorgängerstudie best2 werden in wesentlichen Punkten bestätigt. Es gibt auf dem Weg zur inklusiven Hochschule kleine Fortschritte, aber viele Barrieren müssen noch abgebaut werden.

Begleitheft zur Datenerhebung "beeinträchtigt studieren - best2"

Das Deutsche Studentenwerk hat ein best2-Begleitheft herausgebracht, das in kompakter Form die Ergebnisse der Datenerhebung vorstellt. In dem Heft kommen fünf Studierende zu Wort, die über ihre Schwierigkeiten und die erfahrene Unterstützung berichten. In dem Heft diskutieren zugleich eine Prorektorin, eine Beraterin und Student, wie es um die Chancengleichheit von beeinträchtigten Studierenden an Hochschulen steht.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

TU Dresden: Ringvorlesung "Inklusion. Interdisziplinäre Perspektiven"

Die am 18. Oktober beginnende Ringvorlesung will den interdisziplinären Dialog zu Inklusion zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen ermöglichen. Der Dialog zielt darauf, weiter zu einer gemeinsamen Bestimmung des Begriffs Inklusion durchzudringen und Ansätze für die Umsetzung von Inklusion in der Praxis interdisziplinär zu skizzieren.

TU Chemnitz: Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK

Auf 350 Seiten hat die TU Chemnitz ihren künftigen Weg zur inklusiven Hochschulen dokumentiert. Die Grundlage für den umfangreichen Maßnahmenkatalog bilden eine Studierendenbefragung und eine systematische Bestandsaufnahme durch die Arbeitsgruppe Inklusion. In einem jährlichen Inklusionsbericht an das Rektorat soll über die Umsetzung des Aktionsplans berichtet werden. 

Aus den Bundesländern

Bayern: Anfrage zur Inklusion in Studium, Lehre und Hochschulorganisation

2012 beschloss die bayerische Landesregierung das Konzept zur inklusiven Hochschule. Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag erkundigten sich nach dem Stand der Umsetzung des Konzeptes. Gefragt wird u.a. nach dem Stand der Barrierefreiheit, der Rolle der Beauftragten, den Maßnahmen für eine barrierefreie Lehre, Unterstützungsangeboten für Studierende mit psychischen Erkrankungen, den konkreten Regelungen zum Nachteilsausgleich. Die Antwort der Landesregierung gibt einen nach Hochschulen differenzierten Überblick.

Aus Verbänden und Institutionen

viStudis - Initiative der gebärdensprachlichen Studierenden und Alumni in Deutschland

Bereits seit 2015 gibt es viStudis, eine Referatsgruppe der Deutschen Gehörlosen-Jugend. Sie setzt sich deutschlandweit für taube Studierende ein, möchte sie vernetzen, Kontakte vermitteln und sie dabei unterstützen, erfolgreich zu studieren. Regelmäßig lädt viStudis zu Treffen und Camps ein. Zugleich setzt sich viStudis dafür ein, die Dolmetscher-Situation für Studierende in Deutschland zu verbessern und einheitliche Gebärden für spezifische Fachwörter zu entwickeln. viStudis freut sich auf weitere Mitstreiter/innen.

Publikationen

Erfolgreich studieren mit Beeinträchtigung durch Interaktion im Studium

Studierende mit Beeinträchtigung studieren häufig länger als ihre nichtbeeinträchtigten Kommiliton/innen. Der Artikel zeigt anhand einer Umfrage unter 1252 Studierenden der Hochschule Ludwigshafen, dass die schlechtere soziale Integration von Studierenden mit Beeinträchtigungen in das Studium ein wichtiger Grund hierfür ist. Die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Kommiliton/innen in Lehrveranstaltungen, das voneinander Lernen in Lerngruppen oder aber auch stärkere informelle Kontakte zu Komiliton/innen sind nach Auffassung der Autorin ein wichtiger Faktor, um die Studienerfolgschancen von Studierenden mit Beeinträchtigung zu verbessern.

Studium und Behinderung in den Medien

blaupause: Psychologie studieren mit psychischen Problemen

Dürfen Menschen mit psychischen Erkrankungen Psychologie studieren? Haben alle Psychologen einen Knall? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Julia Faulhammer in ihrem Gastbeitrag für "blaupause. Initiative für mentale Gesundheit im Gesundheitswesen e.V.".

23.10.2018