IBS Newsletter vom 3. Dezember 2019

Tipps und Informationen Nr. 12 / 2019

Aus Hochschulen und Studentenwerken

TU Dresden: Lehrpreis für inklusive Lehre

Die TU Dresden hat 2019 zum ersten Mal einen Lehrpreis für inklusive Lehre vergeben. Der Preis würdigt vorbildliche Lehrkonzepte, Lehrveranstaltungen und Lehrkräfte, die explizit Inklusionsaspekte berücksichtigen und in die Veranstaltungsgestaltung einfließen lassen. Das Preisgeld von 8 000 Euro wurde aus Sondermitteln für Inklusion des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst zur Verfügung gestellt.

OTH Regensburg: Studierende mit Doppelbelastung gewürdigt

Bereits zum fünften Mal würdigte der mit 500 Euro dotierte Diversity-Preis das Engagement Studierender der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Der Verein der Freunde der OTH Regensburg e.V. verleiht die Auszeichnung gemeinsam mit der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. jedes Jahr an Studierende mit besonderen Aufgaben oder Doppelbelastung. Der Preis wird u.a. in der Kategorie "Studium und Behinderung" vergeben.

Studentenwerk Marburg: 50 Jahre Konrad-Biesalski-Haus

Das Studentenwerk Marburg beging am 22. November 2019 mit einem Festakt das 50jährige Bestehen des Konrad-Biesalski-Hauses, einem integrativen Wohnheim für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Das Besondere: Ein barrierefreies Haus, ein hauseigener Fahrdienst und ein Team aus professionellen Pflegekräften und Krankengymnast*innen, die für die Bewohner*innen mit Beeinträchtigung rund um die Uhr alle erforderlichen Assistenz- und Unterstützungsleistungen sicherstellen. 

Uni Paderborn: Filmabend zum Studium mit Beeinträchtigung und chronischer Erkrankung

Das AStA-Sozialbüro und die Zentrale Studienberatung nutzen einen Filmabend, um sich und ihre Angebote für Studierende mit Beeinträchtigung vorzustellen. Gezeigt wird der Film "Mein Blind Date mit dem Leben". Die Vorführung findet im Rahmen des All-Inklusiv-Stammtisches für Studierende mit und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung statt.

Sporthochschule Köln: Deutschlandstipendien

Gegenwärtig erhalten 43 Studierende an der Sporthochschule Köln das Deutschlandstipendium. Darunter auch Studierende, die trotz besonderer Hürden und Belastungen im Alltag erfolgreich ihren universitären Weg gehen, wie z.B. Studierende mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung. 

Aus den Bundesländern

Sachsen: 5 Jahre Inklusionsmittel für die Hochschulen - eine Bilanz

Seit 2015 reicht das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Sondermittel für Inklusion an die Hochschulen und die Berufsakademien in Sachsen aus. Das Gesamtvolumen beträgt zwei Millionen Euro pro Jahr. Mit den Sondermitteln wird die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützt. Die Broschüre bilanziert die Verwendung der Mittel und die Schritte, die damit in den letzten fünf Jahren im Bereich Inklusion gegangen wurden.

Aus Verbänden und Institutionen

DVBS: Mentoringprojekt TriTeam unterstützt blinde und sehbehinderte Menschen in Ausbildung und Studium

Der DVBS startet im Frühjahr 2020 eine neue Runde seines Mentoring-Programms „TriTeam“. Ein*e Abiturient*in, Auszubildende*r oder Studierende*r schließt sich für ein Jahr mit einer ebenfalls sehbeeinträchtigten Mentorin oder einem Mentor zusammen. Gemeinsam arbeitet das Duo an passgenauen Studien- und Berufszielen. Der/die Mentor*in gibt Tipps und unterstützt dabei, Ziele zu definieren und zu erreichen. Themen wie Hilfsmittel, Nachteilsausgleiche oder Bewerbungen lassen sich dadurch leichter angehen. Bei Bedarf steht zusätzlich ein Fach-Coach zur Verfügung, so dass ein echtes „TriTeam“ entsteht. Zum Programm gehören zwei Wochenendseminare für alle Teams. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Mitgliedschaft im DVBS ist nicht Voraussetzung für die Teilnahme. Formlose Bewerbungen sind bis zum 13. Januar 2020 möglich.

Publikationen

Zeitschrift für Inklusion: Umsetzung der UN-BRK in den Hochschulen

Die Ausgabe 4/2019 der Zeitschrift Gemeinsam leben stellt die Frage nach dem Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hochschulen. In sechs Beiträgen werden u.a. die Ergebnisse der Datenerhebung "beeinträchtigt studieren - best2" vorgestellt, präsentiert sich der Forschungs- und Praxisverbund Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern, werden Anregungen für eine inklusionsorientierte Hochschule aus Sicht gehörloser Studierender gegeben und wird diskutiert, welche Herausforderungen damit verbunden sind, Diversität inklusionsorientiert zu gestalten.

Internationales

Österreich: Studieren mit Behinderung

Ein Artikel in der österreichischen Tageszeitung DerStandard gibt Einblick in die Situation Studierender mit Behinderung an österreichischen Hochschulen. Zwar gäbe es an fast allen Hochschulen Beauftragte für Studierende mit Behinderungen, sie seien bisher jedoch noch nicht gesetzlich verankert. Immer noch hänge viel von Willen von Einzelpersonen sowie vom Engagement der Betroffenen für ihre Rechte ab. Der Artikel beschreibt zugleich, wie das System der kapazitätsorientierten Studienplatzfinanzierung Hochschulen benachteiligt, die sich für Studierende mit Beeinträchtigungen engagieren.

Äthiopien: Behinderte Menschen in Äthiopien

Die staatliche Addis Ababa University, an der mehr als 47.000 Menschen studieren, wirbt damit, Studierende mit Behinderung besonders zu unterstützen. Auf Spiegel Online beschreibt Mohammed Abdo, der an dieser Universität studiert hat, was dies in der Praxis heißt. 

Verschiedenes

myAbility: Karriereprogramm für Studierende mit Behinderungen

Das myAbility Talent Programm der Wiener Unternehmensberatung myAbility führt Studierende mit Behinderungen und Unternehmen zusammen.

Für die Dauer eines Semesters profitieren die myAbility Talents von umfassenden Karriere-Coachings und vielfältigen Networking-Möglichkeiten mit namhaften Unternehmen. Dieses Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Karrierestarter*innen mit nicht (sofort) sichtbaren Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. In Deutschland wird das Programm 2020 in Berlin, München und Frankfurt angeboten. Die Bewerbungsfrist für das Programm in Berlin und München endet bereits im Januar, die für das Programm in Frankfurt im Mai 2020.

Hochschulforum Digitalisierung: Studentische Sicht auf die Digitalisierung der Hochschulbildung

Die Mitglieder der Zukunfts-AG #DigitalChangeMaker des Hochschulforums Digitalisierung haben aus studentischer Perspektive Thesen zur Digitalisierung in der Hochschulbildung vorgelegt. Unter dem Stichwort "Risiken mitdenken" macht die AG darauf aufmerksam, dass „auch der Einfluss der Nutzung digitaler Medien auf psychische Erkrankungen mitgedacht werden muss".

Studium und Behinderung in den Medien

servus: Seid mutig!

Ein Studierender erzählt im Magazin des Studentenwerks München, wie er mit der Diagnose "Depression" umgegangen ist und sein Studium gemeistert hat.

alpha ARD Bildungskanal: Wenn die Behinderung zum Nachteil wird

Eine Skandinavistik-Studierende erläutert in dem Beitrag, wie wichtig Nachteilsausgleiche für sie sind, um Prüfungen erfolgreich zu bewältigen.

Zeit Campus Online: Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit

Gibt es mehr Studierende mit psychischen Erkrankungen als früher? Was kann man tun, um sich und anderen zu helfen? Auf diese Fragen antwortet Manuela Richter-Werling, die Mitbegründerin des Vereins "Irrsinnig Menschlich e.V.". Sie stellt zugleich das Angebot "Psychisch fit studieren" vor, ein Präventionsangebot des Vereins für Studierende.

Tagesspiegel: Auf dem Weg zur inklusiven Hochschule

An der Humboldt-Universität setzen sich viele für die Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen ein - vom Inklusionsbeauftragten in der Personalabteilung über die Behindertenbeauftragte für Studierende bis zur Enthinderungsberatung des RefRats. Das gemeinsame Engagement für eine inklusive Hochschule wurde jetzt mit einem Sonderpreis des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) geehrt.

op-online.de: Ich fühle mich wegen meiner Asperger-Krankheit an der Hochschule diskriminiert

An der Frankfurt University of Applied Sciences bestimmt die Prüfungsordnung, dass die/der Studierende bei der Bearbeitung der Bachelorarbeit nur einmal eine Krankschreibung einreichen darf. Dies benachteiligt Studierende mit chronischen oder psychischen Erkrankungen räumte die Universität jetzt anlässlich eines konkreten Falls ein.

Termine

FernUniversität in Hagen: Wanderausstellung und öffentliche Podiumsdiskussion zum Persönlichen Budget

Termin: 4. Dezember 2019
Ort: Hagen
Veranstalter: Universitätsbibliothek der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit der Stabstelle Inklusion, der Schwerbehindertenvertretung, dem AStA und der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung Hagen (EUTB)

Wie funktioniert das Persönliche Budget? Wie kann es im Studium genutzt werden? Antworten geben eine Wanderausstellung, Vorträge und eine Podiumsdiskussion.

Kongress: Hochschule ohne Hindernisse - Aufgaben, Beispiele, Chancen

Termin: 31. Januar 2020
Ort: Berlin
Veranstalter: Hildegardis-Verein e.V.
Zielgruppe: Studierende, Fachpublikum aus den Bereichen Hochschule, Inklusion, Gender, Verantwortliche aus Politik und Wissenschaft, Medienschaffende, Interessierte

Der Kongress beendet das dreijährigen Fachkolleg "Inklusion an Hochschulen - gendergerecht". Die Teilnehmenden erwarten Vorträge, Podiumsdiskussionen und viele gelungene Beispiele von gendergerechter Inklusion an Hochschulen. Besonders vorgestellt werden die Modellstandorte des Fachkollegs: Universität Bamberg, Fachhochschule Dortmund, Universität Leipzig, Technische Hochschule Köln, Universität zu Köln.

Workshop: Barrierefreies E-Learning

Termin: 10. März 2020
Ort: Leipzig
Veranstalter: Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen
Zielgruppe: Angehörige der Hochschulen und der Berufsakademien in Sachsen, Angehörige anderer Hochschulen auf Anfrage

In diesem Workshop werden die Ziele, Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von barrierefreiem E-Learning vorgestellt und erprobt.

Bundeskongress Dyskalkulie und Legasthenie

Termin: 20. bis 22. März 2020
Ort: Würzburg
Veranstalter: Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. in Kooperation mit der Universität Würzburg
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen, Therapeut*innen, Lehrkräfte, Eltern und Interessierte

Auf dem Fachkongress werden u.a. aktuelle Ergebnisse und Methoden zur Diagnostik und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Legasthenie und Dyskalkulie vorgestellt. Ein Workshop behandelt das Thema Studium und Legasthenie.

03.12.2019