Soziale Infrastruktur

Studentenwerke: Staatlicher Finanzierungsanteil nur noch 8,7%

Der staatliche Finanzierungsanteil der 16 Bundesländer für ihre Studenten- und Studierendenwerke liegt bei 8,7% ihrer Einnahmen, und damit auf einem ähnlichen tiefen Niveau wie in den Vorjahren. Das teilt das Deutsche Studentenwerk (DSW) mit, in dem die 57 Studenten- und Studierendenwerke zusammengeschlossen sind. Der Verband fordert eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Länder.

Gemäß der neuen DSW-Publikation „Studentenwerke im Zahlenspiegel 2018/2019“ machen die Zuschüsse und Finanzhilfen der Bundesländer im Jahr 2018 8,7% der Gesamteinnahmen der Studentenwerke aus. Anfang der 1990er Jahren trugen die Länder noch mit rund 24% zu den Einnahmen der Studentenwerke bei.

„In Deutschland studieren fast 2,9 Millionen Studierende – so viele wie nie zuvor. Natürlich wachsen da auch die Aufgaben und Ausgaben der Studenten- und Studierendenwerke stetig mit. Was sich nicht ändert, ist die Finanzierungsquote durch die Länder – die muss sich erhöhen“, fordert Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW).

„Die Studenten- und Studierendenwerke benötigen von ihren Landesregierungen höhere Mittel. Die soziale Infrastruktur des Studiums muss mit den Studierenden-Zahlen mitwachsen“, verlangt Meyer auf der Heyde.

„Es kann nicht sein, dass Bund und Länder über den ‚Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken‘ ab 2024, zusätzlich zur Grundfinanzierung durch die Länder, jährlich mehr als vier Milliarden Euro bereitstellen, aber kein zusätzliches Geld für die soziale Infrastruktur bereitgestellt wird“, kritisiert Meyer auf der Heyde.

62% ihrer Gesamteinnahmen von 1,812 Milliarden Euro erwirtschafteten die Studentenwerke im vergangen Jahr selbst durch Umsatzerlöse aus ihren Studierendenwohnheimen und hochschulgastronomischen Einrichtungen. Die Semesterbeiträge der Studierenden machen mit 19% mehr als das Doppelte der Einnahmen der Studentenwerke aus als die Gelder der 16 Bundesländer.

06.12.2019