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Internationalisierung

Mehr ausländische Studierende – mehr soziale Infrastruktur

Weil die Zahl der ausländischen Studierenden weiterhin ansteigt, fordert das Deutsche Studentenwerk (DSW) von Bund und Ländern einen Ausbau der sozialen Infrastruktur an den Hochschulen, vor allem der Wohnheimkapazitäten und Betreuungsangebote.

Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts lag die Zahl der ausländischen Studierenden im Wintersemester 2017/2018 bei 375.000. Ihr Anteil an allen Studierenden in Deutschland beträgt inzwischen 13 %.

Anteilige 282.000 sind sogenannte Bildungsausländer/-innen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben und zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Ihre Zahl steigt seit Jahren an. Die Haupt-Herkunftsländer sind China, Indien, Österreich, Russland, Italien und Syrien; von dort stammen 8.600 Studierende. Rund 93.000 sind sogenannte Bildungsinländer/-innen; sie haben ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben, sind aber keine deutschen Staatsbürger/-innen.

„Gerade für die Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer unter den ausländischen Studierenden sind die Wohnungssuche, die Studienfinanzierung und die Verständigung in deutscher Sprache die größten Probleme“, erläutert DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. „Das zeigt der Sonderbericht zu ausländischen Studierenden unserer aktuellen, 21. Sozialerhebung.“

Er fährt fort: „Die bevorzugte Wohnform dieser Studierenden ist das Wohnheim, und auf den Wohnungsmärkten deutscher Hochschulstädte haben sie große Schwierigkeiten, etwas Bezahlbares zu finden. Sie haben im Schnitt 776 Euro im Monat zur Verfügung; das sind 142 Euro weniger als einheimische Studierende.“ Rund ein Drittel der 193.000 Wohnheim-Plätze bei den Studenten- und Studierendenwerken seien von ausländischen Studierenden belegt. Die Studenten- und Studierendenwerke förderten deren sozial-akademische Integration stark, beispielsweise mit studentischen Tutorinnen und Tutoren in den Wohnheimen – ohne allerdings von den Bundesländern dafür irgendeine Unterstützung zu erhalten.

„Wer mit guten Gründen die Internationalisierung des Studienstandorts Deutschland vorantreibt, muss auch die soziale Infrastruktur ausbauen und an erster Stelle bezahlbaren Wohnraum anbieten. Sonst bleibt Internationali­sierung ein schönes, wohlfeiles Schlagwort.“

Meyer auf der Heyde fordert Bund und Länder auf, über einen gemeinsamen Bund-Länder-Hochschulsozialpakt den Studenten- und Studierendenwerken Mittel für den Ausbau ihrer Wohnheim- und Beratungs-Kapazitäten bereitzustellen.

„Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer sind noch stärker als ihre deutschen Mitstudierenden auf die soziale Infrastruktur der Studenten- und Studierendenwerke angewiesen, auf bezahlbare Wohnheimzimmer, preisgünstiges Mensa-Essen und interkulturell sensibilisierte Beratung.“

15.11.2018