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Bildungsforschung

Kai Maaz, der Herr der Bildungsberichte

Er hatte es wegen seines katholischen Glaubens auch als Kind einer Facharbeiterfamilie nicht leicht, lernte Werkzeugmacher, holte das Abitur nach, studierte erst Sozialpädagogik, dann Sozialwissenschaften – und ist heute, mit 46, einer der einflussreichsten Bildungsforscher Deutschlands: Autor Jan-Martin Wiarda porträtiert im aktuellen DSW-Journal 4/2018 des Deutschen Studenten­werks (DSW) Prof. Dr. Kai Maaz.

Maaz ist seit dem Jahr 2014 Sprecher der Autorengruppe Bildungsbericht­erstattung, einer hochkarätigen Gruppe von Wissenschaftlern und Statistikern, die alle zwei Jahre den sogenannten Bildungsbericht erarbeitet, die maßgebliche Bestandsaufnahme zum Zustand und zur Leistungsfähigkeit von Kitas, Schulen, Hochschulen und Ausbildungs­betrieben in Deutschland. Maaz ist Direktor beim Berliner Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und zugleich Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Autor Jan-Martin Wiarda beleuchtet in seinem Porträt fürs DSW-Journal Maaz‘ Biografie ebenso wie dessen zurückhaltendes Auftreten. „Ich bin ein klassischer Fall für einen nicht geradlinigen Bildungsverlauf“, sagt Maaz. Wiarda beschreibt ihn als „unauffällig, ruhig, freundlich – und doch immer präsent“.

Bei manchen bildungspolitischen Themen gibt Maaz jedoch seine Zurückhaltung auf. Der von der Bundesregierung angekündigte Nationale Bildungsrat zum Beispiel müsse rasch kommen, findet Maaz: „Der kann einen wirklichen Neuanfang bringen, weil er uns als Gesellschaft ermöglicht, in wichtigen Bildungsfragen erstmal eine gemeinsame Linie zu finden.“

Weitere Themen im DSW-Journal 4/2018:

  • „Wir dürfen nicht in Schubladen denken“: Großes Interview mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)
  • So ticken Europas Studierende: Was die große „Eurostudent“-Untersuchungsreihe verrät – und was nicht
  • „Postdamer Doppelpack“: Wie das Studentenwerk Potsdam mit der Doppelbelegung von Wohnheimplätzen die Wohnungsnot lindert
  • „Ich bin zurückhaltend geworden mit meinen Plänen“: Rafat Al Ani, Stipendiat des Studierendenwerks Hamburg, über seine Flucht aus Syrien
  • „Gesas Crew“ und „Goethes Weltreise“: Beim Studentenwerk Frankfurt am Main gestalten die Studierenden die Mensa mit
  • Partner der Hochschulen und „Kümmerer“ für die Studierenden: das Studentenwerk Gießen
  • Hochschulen müssen Streiträume sein, fordert Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, in seinem Gastbeitrag
  • Chor, Kleinkunst, Ausstellungen, „Voguing“: Wie das Kulturteam des Studierendenwerks Berlin die studentische Kultur in der Hauptstadt fördert
  • „Mein erstes Jahr“: DSW-Präsident Rolf-Dieter Postlep mit seiner Kolumne „Post von Postlep“
04.12.2018