Wohnraum für Studierende

Deutsches Studentenwerk fordert 25.000 zusätzliche Wohnheimplätze

 
Bayreuth/Berlin, 11. Mai 2011. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) wiederholte heute zum Auftakt einer Tagung in Bayreuth seine Forderung, parallel zur Zahl der Studienplätze auch die soziale Infrastruktur auszubauen. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte vor Journalisten: „Wir benötigen mindestens 25.000 zusätzliche Wohnheimplätze.“ 
 
„Das Studierenden-Hoch, das wegen der doppelten Abiturjahrgänge und der Aussetzung der Wehrpflicht auf Deutschlands Hochschulen zukommt, schlägt auch auf die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur durch“, betonte Meyer auf der Heyde. „Die Studentenwerke brauchen dringend mehr Unterstützung von den Ländern“, forderte er. 
 
Gleichzeitig sieht Meyer auf der Heyde aber auch den Bund in der Pflicht. Der laufende Hochschul-Pakt für zusätzliche Studienplätze sei „ein gelungenes Beispiel“ für effektive Bund-Länder-Programme in der Hochschulpolitik. „Warum soll das Zusammenspiel von Bund und Ländern bei der Schaffung zusätzlicher Studienplätze funktionieren, beim Ausbau der parallel notwendigen sozialen Infrastruktur aber nicht?“, fragte Meyer auf der Heyde.
 
Bisher hätten die Studentenwerke trotz kontinuierlich steigender Erstsemester- und Studierenden-Zahlen von den Ländern für den laufenden Betrieb „keinen Cent zusätzlich“ erhalten, beklagte Meyer auf der Heyde. „Im Gegenteil, die Länder ziehen sich mehr und mehr aus der Finanzierung der Studentenwerke zurück. Gleichzeitig werden aber mehr Studienplätze geschaffen – das passt einfach nicht zusammen.“
 
Das Wohnheim ist laut DSW-Angaben vor allem bei Studienanfängern und ausländischen Studierenden beliebt. Die 58 Studentenwerke bieten derzeit rund 181.000 Wohnheimplätze – zu wenig, schätzt Meyer auf der Heyde, um den Bedarf zu decken. „Die Studierenden brauchen nicht nur einen Studienplatz, sondern auch ein bezahlbares Dach über dem Kopf“, sagte er.
 
Derzeit leben 12% der Studierenden im Wohnheim, es ist mit durchschnittlich rund 200 Euro im Monat, einschließlich aller Nebenkosten, die preisgünstigste Wohnform für Studierende außerhalb des Elternhauses. 
 
Hintergrund: Das Deutsche Studentenwerk veranstaltet am 11. und 12. Mai 2011 das Jahrestreffen für die Expertinnen und Experten für studentisches Wohnen aus den Studentenwerken; Gastgeber ist in diesem Jahr das Studentenwerk Oberfranken in Bayreuth. Zu der Tagung werden mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.
11.05.2011