Hochschulpolitik

Deutsches Studentenwerk: Bologna ist für die Studierenden da

 
Berlin, 6. Mai 2011. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) appelliert vor der heute in Berlin beginnenden Nationalen Bologna-Konferenz an Bund, Länder und Hochschulen, die Interessen der Studierenden an die erste Stelle im Bologna-Reformprozess zu setzen. „Es geht zuerst und zuvorderst um die Studierenden; für sie ist der ganze Bologna-Prozess überhaupt in Gang gesetzt worden“, sagte DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat unmittelbar vor Beginn der Konferenz.
 
Dobischat: „Bologna ist ein Versprechen an die Studierenden: Die Lehre wird noch stärker auf Euch ausgerichtet, ihr erhaltet eine wissenschaftlich fundierte, auf dem Arbeitsmarkt nachgefragte Hochschulbildung in kurzer Zeit, und Eure Studienleistungen werden sowohl in Deutschland als auch im gesamten europäischen Hochschulraum mit seinen 46 Staaten problemlos anerkannt. Dieses Versprechen ist noch lange nicht eingelöst.“
 
Die vor der heutigen Konferenz veröffentlichten, neuen Studien, etwa des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des Hochschul-Informations-Systems, zeichneten zwar ein auf den ersten Blick positives Bild des Bologna-Prozesses. „Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, es gibt noch viel zu tun“, kommentierte Dobischat. 
 
Er nennt als Beispiele den von Bachelor-Studierenden sowie auch Unternehmen geforderten stärkeren Praxisbezug im Bachelor-Studium, die Frage, ob den Bachelor-Absolventen ausreichend Master-Studienplätze zur Verfügung stehen sowie die im Vergleich zu den „alten“ Studiengängen noch immer geringe Auslandsmobilität der Bachelor-Studierenden.
 
„Die deutsche Hochschulszene sollte sich heute nicht auf die Schultern klopfen, sondern die Defizite und Probleme im Bologna-Prozess angehen – im Interesse der Studierenden, für die Bologna gedacht ist“, so Dobischat.
06.05.2011