Hochschulpolitik

Bologna-Reform scheint auf gutem Weg

 
Berlin, 21. April 2011. Mehr als die Hälfte der Bachelor-Studierenden an Deutschlands Hochschulen wollen nach ihrem Abschluss ein Master-Studium aufnehmen. Bachelor-Absolventen, die dies nicht tun, haben auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen. Zu diesen Ergebnissen kommen zwei Studien, die heute, kurz vor der Nationalen Bologna-Konferenz am Freitag, in Berlin vorgestellt wurden.
 
Das Deutsche Studentenwerk (DSW), das sich für die sozialen Interessen der 2,2 Millionen Studierenden in Deutschland engagiert, nimmt die Ergebnisse erfreut zur Kenntnis. „Die Bologna-Reform scheint insgesamt auf gutem Weg“, kommentiert DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat, der bei der Bologna-Konferenz am Freitag teilnehmen wird.
 
Dobischat: „Auch andere Studien, unter anderem die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, zeigen, dass der Reformprozess, den die Politik und die Hochschulen nach den Studierenden-Protesten 2009 eingeleitet haben, Früchte trägt. Aber die großen Kohorten von Studierenden und Absolventen kommen erst noch – was dann?“
 
Man müsse aber auch Defizite und kritische Punkte sehen, mahnt Dobischat. „Wenn die befragten Unternehmen und die Studierenden gleichzeitig mangelnden Praxisbezug im Bachelor-Studium sowie eine Überfrachtung mit Lernstoff beklagen, zeigt das, dass weiterhin Nachbesserungsbedarf besteht. Das muss am Freitag mit auf die Agenda.“
 
Dobischat weiter: „Man darf auch nicht vergessen: Der Bologna-Prozess dauert länger und ist insgesamt zäher als geplant. Es tut sich viel, auf politischer Ebene, in den Ländern, erst recht in den Hochschulen. Aber ob und wie sich das alles tatsächlich konkret zugunsten der Studierenden auswirkt, bleibt abzuwarten.“
21.04.2011