Hochschulpolitik

„Soziale Infrastruktur für Studierende für sozial offenere Hochschulen“

 
 
Kopenhagen/Berlin, 16. Juni 2011. Eine neue europäische Vergleichsstudie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in 25 europäischen Ländern belegt einmal mehr die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) sieht sich vom „Eurostudent IV“-Bericht, der gerade in Kopenhagen vorgestellt wird, in seiner Forderung bestätigt, die Service- und Beratungsangebote für Studierende in Deutschland auszubauen.
 
Gemäß der Studie hat Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern wenig ältere Studierende, und im Unterschied zum Beispiel zur Schweiz und den Niederlanden sind in Deutschland Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern deutlich unterrepräsentiert. 
 
Studierende aus bildungsfernen Schichten gehen in Deutschland auch seltener ins Ausland. Für sie sind die finanziellen Mehrbelastungen der Haupthindernisgrund, schreibt das Hochschul-Informations-System, das die Studie federführend betreut.
 
DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat sagte angesichts der neuen Daten: „Einmal mehr wird die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems belegt. Das darf die deutsche Bildungspolitik nicht länger hinnehmen. Das Problem gehört zuoberst auf die Agenda der Bildungsrepublik Deutschland.“
 
Dobischat: „Der neue Eurostudent-Bericht zeigt für mich klar, wie wichtig es ist, die Service- und Beratungsangebote für Studierende zu stärken. Denn eine gute soziale Infrastruktur des Studiums macht ein Hochschulsystem sozial offener, und das hat das deutsche bitter nötig.“
16.06.2011