Hochschulpolitik

„Diversität und Exzellenz sind untrennbar“

Berlin, 30. März 2020. Für Katja Becker, die neue Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), ist Diversität in mehrfacher Hinsicht eine Voraussetzung für Spitzenforschung: Diversität der Forschenden, der Forschungsformate und der Perspektiven. Das erläutert Becker in der neuen Ausgabe DSW-Journal 1/2020 des Deutschen Studentenwerks (DSW).

Die 55-jährige Gießener Biochemikerin und Medizinerin ist die erste Frau an der Spitze der größten und wichtigsten Forschungsförderungsorgani-sation in Deutschland. Im Interview mit dem DSW-Journal 1/2020, welches am 30. März 2020 erscheint, erläutert sie, warum Diversität für sie als DFG-Präsidentin ein Schlüsselbegriff ist:

„Diversität ist eine Voraussetzung für exzellente Wissenschaft“, sagt Becker, und führt zwei Gründe an: Erstens müsse sie, damit „die besten Köpfe in die Forschung gehen“, allen Menschen „ohne Ansehen der Person, allein unter Berücksichtigung ihrer Talente, die gleichen Chancen geben.“ Zweitens ermögliche erst Diversität „neue Perspektiven und wirkliche Innovationen“. Je mehr Dimensionen der Diversität zusammenkommen, bei den Wissenschaftler/-innen, den Förderformaten, Themen, internationalen Kooperationen – desto mehr „spannende neue Kombinationen und Forschungsergebnisse“ werde es geben. Becker: „Diversität und Exzellenz, die Begriffe sind für mich untrennbar.“

In dem Interview schlägt Katja Becker thematisch einen weiten Bogen: Sie spricht über das Geschlechterverhältnis in Forschung und Wissenschaft, warum sie die unterschiedlichen Finanzierungssystematiken zwischen DFG und Hochschulen für richtig hält – und dass die DFG die Studierenden durchaus im Blick habe: „Die DFG interessiert sich sehr für die Studierenden und ihre Studienbedingungen“, sagt Katja Becker.

Fragen zu einer „DFG für die Hochschullehre“ oder zur Forderung der  deutschen Fachhochschulen nach einer „Deutschen Transfer-Gemeinschaft“ beantwortet Becker in dem Interview ebenso wie die, ob sie sich als DFG-Präsidentin auch zum BAföG oder zum studentischen Wohnen äußern würde. Zu letzterem erklärt sie: „Im Augenblick sehe ich … deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Studienorten. Pauschale Forderungen [zum studentischen Wohnen] zu erheben, würde mir zurzeit aber schwerfallen.“

Das Interview mit Katja Becker auf den Seiten 12 bis 17 dieses Downloads:

www.studentenwerke.de/sites/default/files/dsw_jornal_01_2020.pdf

Weitere Themen im DSW-Journal 1/2020:

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30.03.2020