Studienfinanzierung

„Die Fachkräfte sind schon da“: Erleichterungen für ausländische Studierende und Absolventen

 
Berlin, 12. Mai 2011. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßt ausdrücklich den Vorstoß des Freistaates Sachsen, die aufenthaltsrechtlichen Regelungen für ausländische Studierende und Hochschulabsolventen aus Nicht-EU-Staaten zu lockern. Darüber wird heute in verschiedenen Bundesrats-Ausschüssen debattiert. Ausländische Studierende sollen statt wie bisher 90 ganze oder 180 halbe Tage in doppeltem Umfang neben dem Studium arbeiten dürfen, also 180 ganze oder 360 halbe Tage. Für Absolventen soll die Beschränkung ganz wegfallen.
 
„Das ist ein richtiger und notwendiger Schritt“, kommentiert DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat. „Die bisherigen aufenthaltsrechtlichen Einschränkungen, vor allem beim Nebenjob, belasten die ausländischen Studierenden und Absolventen unnötig.“
 
Dobischat: „Unsere aktuelle Sozialerhebung zeigt: Der Nebenjob ist für ausländische Studierende die wichtigste Einnahmequelle. Umso besser, wenn der gesetzlich erlaubte Umfang fürs Jobben verdoppelt wird. Noch besser wäre es, sie deutschen und Studierenden aus EU-Staaten gleichzustellen. Damit fallen unnötige Belastungen auf dem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss weg.“
 
Besonders zu begrüßen seien auch die von Sachsen vorgeschlagenen Verbesserungen für ausländische Hochschulabsolventen, betont der DSW-Präsident. Derzeit bleibe noch nicht mal ein Drittel der ausländischen Hochschulabsolventen nach dem Studium zur Arbeitssuche in Deutschland. Laut Gesetzantrag Sachsens sollen arbeitsrechtliche Beschränkungen für Absolventen ganz wegfallen, die Angemessenheitsprüfung bei der Jobsuche wird flexibilisiert und das bisher umständliche Visumsverfahren soll erleichtert werden.
 
Dobischat betont: „Die 181.000 ausländischen Studierenden und die ausländischen Hochschulabsolventen, das sind die gesuchten Fachkräfte von morgen. Und sie sind schon im Land. Sie gehören zu den „besten Köpfen“ weltweit, Deutschland hat sie erfolgreich für ein Studium angeworben. Damit sie nach Abschluss ihres Studiums auch in Deutschland bleiben, sind die von Sachsen vorgeschlagenen rechtlichen Erleichterungen unbedingt erforderlich.“
 
Derzeit studieren in Deutschland 181.000 Menschen aus dem Ausland, die ihre Hochschulzugangsberechtigung auch im Ausland erworben haben. Man nennt sie „Bildungsausländer“, im Gegensatz zu den 64.000 „Bildungsinländern“, die zwar keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, aber in Deutschland ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben.
 
Im Rahmen der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wurden im Sommer 2009 rund 1.500 Bildungsausländer zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. 39% der Befragten gaben an, Schwierigkeiten mit der Studienfinanzierung zu haben. Sie haben im Durchschnitt 725 Euro monatliche Einnahmen. Zum Vergleich: Deutsche Studierende haben im Monat mit 812 Euro deutlich mehr zur Verfügung. 
12.05.2011