Studieren mit Behinderung

„Beeinträchtigt studieren“: Deutsches Studentenwerk startet bundesweite Befragung

 
Berlin, 17. Mai 2011. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hat unter dem Titel „beeinträchtigt studieren“ eine bundesweite Online-Studierenden-Befragung gestartet. Ziel ist es, detaillierte und aktuelle Daten zu gewinnen zur Lage von Studierenden mit Behinderung, chronischer Krankheit, psychischen Erkrankungen, Teilleistungsstörungen wie Legasthenie oder anderen nicht-sichtbaren Behinderungen.
 
Daten zu dieser Studierenden-Gruppe wurden zuletzt 2006 im Rahmen der 18. DSW-Sozialerhebung erhoben. Damals gaben 8% der Studierenden an, durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung im Studium eingeschränkt zu sein.
 
„Die UN-Behindertenrechtskonvention und die HRK-Empfehlung ‚Eine Hochschule für Alle‘ setzen neue Maßstäbe für Teilhabe an Deutschlands Hochschulen. Wir benötigen nun dringend aktuelle Daten“, begründet Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat, warum das Deutsche Studentenwerk eine gesonderte Befragung gestartet hat.
 
Dobischat: „Wir wollen wissen: Wo genau gibt es Barrieren und behinderungs- bzw. krankheitsbedingte Benachteiligungen im Studium? Welche Nachteils-ausgleiche werden im Studium und bei der Zulassung genutzt? Sind sie ausreichend? Ist für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit die Finanzierung des Lebensunterhalts gesichert?“
 
Durchgeführt wird die Online-Befragung vom Institut für Höhere Studien mit Sitz in Wien. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert das Projekt. Die Befragung soll bis Ende Juni 2011 abgeschlossen sein; die Ergebnisse werden im Frühjahr 2012 vorgestellt.
 
Die Befragung richtet sich an Studierende von Hochschulen, die Mitglied der Hochschulrektorenkonferenz sind. Um zu repräsentativen Ergebnissen zu gelangen, sollen rund 500.000 Studierende angeschrieben werden. 
 
„Wir appellieren an alle Studierenden mit Behinderung oder generell gesundheitlicher Beeinträchtigung, die den Frageboten erhalten, an der Befragung teilzunehmen“, sagt Dobischat. 
 
„Wir wollen mit den Ergebnissen Hochschulen und Studentenwerke noch stärker für die unterschiedlichen Belange von Studierenden mit Behinderung oder gesundheitlicher Beeinträchtigung sensibilisieren. Wir wollen Bund und Länder unterstützen, die sozialrechtlichen Regelungen zielgerichtet anzupassen, und wir wollen nicht zuletzt, dass sich die Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit selbst stärker einbringen können“, so der DSW-Präsident.
 
Presse-Ansprechpartnerin für diese Mitteilung beim Deutschen Studentenwerk:
Dr. Christiane Schindler, Leiterin der DSW-Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung
Tel. 030 29 77 27 60
 
Presse-Ansprechpartner beim Institut für Höhere Studien:
Martin Unger
Tel. 0043 1 59991 133
17.05.2011