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IBS Newsletter vom 30. Januar 2017

Tipps und Informationen Nr. 1 / 2017

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Düsseldorf: Praktikumsvereinbarung mit L'Oréal

Zwischen dem Beauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung der Universität Düsseldorf, Prof. Matthias Franz, und dem Konzern L'Oréal gibt es eine Kooperation. Innerhalb dieser Kooperation stellt L'Oréal Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung der Universität zum wiederholten Mal fünf Praktikumsplätze zur Verfügung. Für das drei- bis sechsmonatige, betreute und bezahlte Praktikum können sich Studierende aller Fächer bewerben.

Für die Beratungspraxis

Anspruch auf Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung wegen Laktose-Intoleranz

Regelmäßig verneinen die Jobcenter mit Verweis auf die Empfehlungen des Deutschen Vereins einen Mehrbedarf Ernährung bei Laktose-Intoleranz. Begründung: Eine Ernährung mit laktosefreien Produkten verursache keine zusätzlichen Kosten. Das Sozialgericht Berlin folgte dieser Auffassung nicht und sprach einem Antragsteller mit ausgeprägter Unverträglichkeitssymptomatik einen Mehrbedarfszuschlag von 18 EURO monatlich zu. Dabei stützte sich das Gericht auf neuere Gutachten. Diese kommen durch Marktanalyse zu dem Schluss, dass die Kosten für eine Vollkosternährung – auch bei preisbewusster Einkaufsweise - über den Regelsätzen des SGB II liegen, u.a. weil viele kostengünstige Lebensmittel aus technologischen Gründen oder zur Geschmacksverstärkung Laktose enthalten. Das Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil vom 23.7.2014 zu den Regelbedarfen einen „realitätsgerechten Beurteilungsmaßstab“ angemahnt.

Aus den Bundesländern

Bayern startet neuen Forschungs- und Praxisverbund für Inklusion und Barrierefreiheit

Der neue Verbund trägt den Titel „Inklusive Hochschule und barrierefreies Bayern“ und wurde konzipiert von den Universitäten Würzburg und Bayreuth, der Technischen Hochschule Deggendorf und den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Ansbach, Landshut und München. Ziele des Verbundes sind die Etablierung einer barrierefreien Lehre, die Entwicklung eines barrierefreien multimedialen Leitsystems, der Ausbau praxisorientierten Forschung zu Fragen von Barrierefreiheit und Inklusion und die Einbindung weiterer relevanter Akteure in die bestehenden Netzwerktreffen. Der bayerische Landtag unterstützt den Verbund seit Januar 2017 ein Jahr lang mit 500.000 Euro.

NRW: Inklusion als strategisches Entwicklungsziel

Gemeinsam haben Land und Hochschulen in NRW erstmalig einen Landeshochschulentwicklungsplan (LHEP) erarbeitet. Dieser sieht in der Inklusion ein großes Profilierungspotential für die Hochschulen. Beide Seiten verpflichten sich, Schritt für Schritt die volle Teilhabe der Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankung an der Hochschulbildung zu verwirklichen. Hierzu soll auch die Digitalisierung der Lehre beitragen. Beim Thema "digitale Infrastrukturen" wird auch auf die Notwendigkeit der Barrierefreiheit verwiesen. Der LHEP ist zum 1.1.2017 in Kraft getreten und gilt für fünf Jahre.

Thüringen: Graduiertenförderung berücksichtigt stärker Belange von Menschen mit Behinderungen

Thüringen hat die Regelungen zur Vergabe von Stipendien für den wissenschaftlichen Nachwuchs novelliert. Künftig sollen die Hochschulen bei der Auswahl der Stipendiat_innen verstärkt die Belange von Bewerber_innen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten berücksichtigen. Das heißt auch, dass Unterbrechungen oder Verzögerungen z.B. wegen einer Behinderung nicht zu einer Benachteiligung führen dürfen. Neu eröffnet wird die Möglichkeit, bei Fehlen anderer Finanzierungsquellen, auf Antrag einen Zuschuss für benötigte Hilfsmittel zu erhalten.

Aus Politik und Verwaltung

Bundesregierung legt zweiten Teilhabebericht vor

Die Bundesregierung erstellt alle vier Jahre einen Bericht über die Lage von Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland. Im Kapitel Hochschulbildung bereitet der aktuelle Bericht die Daten der 20. Sozialerhebung, der Datenerhebung "beeinträchtigt studieren", des 12. Studierendenserveys und der Evaluation der HRK-Empfehlung "Eine Hochschule für Alle" 2013 auf. Er benennt die Datenlücken, die es im Bereich "Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Hochschulbildung" gibt.

Publikationen

Sammelband "Inklusionssensible Hochschule"

Das Buch versammelt Beiträge, die sich im ersten Teil mit grundlegenden (theoretischen) Perspektiven für die Entwicklung der Hochschulen hin zu mehr Inklusionssensibilität beschäftigen. Im zweiten Teil werden konkretere Ansätze für Studium und Organisationsentwicklung vorgestellt und die Beiträge im dritten Teil machen inklusionssensible Hochschuldidaktik zum Thema.

Verschiedenes

Moratorium über digitale Semesterapparate

Nach einem Rahmenvertrag zwischen dem Bund, den Ländern und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) sollte ab 2017 die bisherige pauschale Vergütung urheberrechtlich geschützter Werke auf eine Einzelabrechnung durch die Dozent_innen umgestellt werden. Da Hochschulen bundesweit diese neue Regelung für inakzeptabel hielten, stand die Löschung digitaler Semesterapparate im Raum. Nun gibt es bis zum 30. September ein Moratorium, um weiter zu verhandeln.

ZAV erweitert Service für schwerbehinderte Akademiker_innen

Der Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker in der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit unterstützt arbeitssuchende Akademikerinnen und Akademiker mit einer Schwerbehinderung über Eingliederungszuschüsse oder die Finanzierung von Probebeschäftigungen bei der Arbeitsaufnahme. Darüber hinaus berät die ZAV zu Bewerbungsstrategien, Arbeitsangeboten und unterbreitet Vermittlungsvorschläge.

Studium und Behinderung in den Medien

Freie Presse: Nur die Mensa ist noch nicht barrierefrei

Ein Bericht über den Studieninformationstag der Hochschule Mittweida und das Angebot der Sozialkontaktstelle, einem besonderen Service der Hochschule für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Studierende mit Kind.

Nordwest Zeitung: Keine Scheu vor Studium mit Legasthenie

Die Beraterin des Studentenwerks Oldenburg, Wiebke Hendeß, berichtet in dem Artikel, welche Unterstützungsangebote es an den Hochschulen für Studierende mit Legasthenie gibt.

Termine

Seminar "Wie geht es weiter im Beruf oder im Studium? Biografiearbeit und Theater"

Termin: 30. März - 2. April 2017
Ort: Herrenberg bei Stuttgart
Veranstalter: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS)
Zielgruppe: blinde und sehbehinderte Studierende, Berufstätige oder Erwerbslose

Mit der Methode des biografischen Theaters sollen neue Perspektiven auf die eigene berufliche Biografie und Kommunikationsprozesse am Arbeitsplatz und im Studium eröffnet werden. Anmeldeschluss ist der 24.2.2017.

Workshop: Spielend gute Dokumente mit LaTeX erstellen

Termin: 3.-5. März 2017
Ort: Marburg
Veranstalter: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS)
Zielgruppe: blinde und sehbehinderte Studierende

In dem Workshop geht es um Grundlagen der Zeichen-, Absatz- und Seitenformatierung sowie das Erstellen erster Texte mit LaTeX. Anmeldeschluss ist der 2. Februar 2017.

30.01.2017