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Studienfinanzierung

Handlungsdruck beim BAföG wird immer höher

Berlin, 2. August 2018. Das Statistische Bundesamt meldet für das Jahr 2017 einen neuerlichen Rückgang der Zahl der BAföG-geförderten Studierenden; seit dem Jahr 2012 bekommen immer weniger Studierende BAföG. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert die Bundesregierung zum raschen Handeln auf; eine BAföG-Reform müsse rasch auf den Weg gebracht werden.

Gemäß den heute, 2. August 2018, veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts haben im Jahr 2017 rund 557.000 Studierende BAföG erhalten; das sind noch mal 27.000 weniger als im Jahr 2016. Im monatlichen Durchschnitt sank die Zahl der geförderten Studierenden von 377.000 im Jahr 2016 auf 364.000 im Jahr 2017.

Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), kommentiert:

„Mit ihrer jüngsten BAföG-Erhöhung zum Wintersemester 2016/2017 hat die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel, 110.000 Geförderte zusätzlich zu generieren, klar verfehlt. Nun muss rasch gegengesteuert und eine substanzielle neue BAföG-Reform auf den Weg gebracht werden. Der Handlungsdruck beim BAföG wird immer höher.

Auch ein Grund für den neuerlichen Rückgang der Zahl BAföG-geförderter Studierender ist, dass immer weniger Studierende überhaupt potenziell BAföG erhalten können. Wer die Regelstudienzeit überschritten hat, verliert in der Regel die Förderung; ebenso, wer beim Beginn eines Bachelor-Studiums älter als 30 oder beim Beginn eines Master-Studiengangs älter als 35 ist. Und für Studierende in offiziellen Teilzeit-Studiengängen gibt es überhaupt kein BAföG. Im Jahrzehnt von 2006 bis 2016 ist der Anteil potenziell BAföG-berechtigter Studierender von 70,5% auf 63,1% aller Studierenden gefallen.

Das muss sich ändern. Stichwort Regelstudienzeit: Auch der Wissenschaftsrat plädiert dafür, wie auch wir als Deutsches Studentenwerk, die als Finanzierungsgrundlage für die künftige Hochschulbildung die Regelstudienzeit plus zwei Semester zugrunde zu legen, weil nur rund 40% der Studierenden ihr Studium überhaupt in der Regelstudienzeit schaffen.

Und: Altersgrenzen passen nicht mehr in ein Bildungssystem, das auf Lebenslanges Lernen setzt.

Letztlich wären mehr Geförderte mit Bürokratieabbau und intelligenter Digitalisierung, insgesamt einem kunden- bzw. studierendenfreundlichen BAföG zu erwarten. Die Studenten- und Studierendenwerke haben hierfür viele gute Vorschläge.“

02.08.2018