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Bildungspolitik

Bildungstrichter: Soziale Infrastruktur stärken

Als eine Konsequenz aus dem neuen „Bildungstrichter“, den das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) heute Mittwoch, 9.5.2018, veröffentlicht hat, schlägt das Deutsche Studentenwerk (DSW) vor, die soziale Infrastruktur an Deutschlands Hochschulen weiter auszubauen. Vor allem über das BAföG sowie die Förderung von Studierendenwohnheimen könne der Hochschulzugang von Nichtakademikerkindern gefördert werden.

Nach den neuen Zahlen des DZHW nehmen von 100 Kindern aus einer Akademiker-Familie 79 ein Hochschulstudium auf; bei Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund sind es nur 27. Wie dieser sogenannte Bildungstrichter zeigt, sind „Kinder aus Akademikerhaushalten im Vergleich zu ihrem Anteil an der altersgleichen Gesamtbevölkerung […] über-repräsentiert“, heißt es in einer Presseinformation des DZHW.

Dies kommentiert Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, der Präsident des Deutschen Studentenwerks:

„Das deutsche Bildungssystem ist weiterhin geprägt von einer sozialen Ungleichheit, die für Nichtakademikerkinder beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I beginnt und sich beim Übergang in die Sekundarstufe II bzw. in die Hochschule fortsetzt.

Es kann nicht sein, dass der Bildungsweg eines Menschen so stark von seiner sozialen Herkunft geprägt wird. Dem entgegenzuwirken, ist eine gesamtstaatliche Aufgabe; es geht um das gesamte Bildungssystem.

Zur Verbesserung der Übergangsquote von Nichtakademikerkindern in das Hochschulsystem ergibt sich eine logische Konsequenz aus dem jüngsten Bildungstrichter: Die soziale Infrastruktur muss gestärkt werden. Zuvorderst über eine schnelle Anpassung des BAföG, denn das BAföG ist das wichtigste staatliche Instrument für mehr Chancengleichheit im Hochschulsystem.

Eine zusätzliche Barriere ist vor allem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in vielen Hochschulstädten. Wie gut, dass der Bund die Länder beim Neubau und bei der Sanierung von Studierendenwohnheimen unterstützen will. Das ist im Koalitionsvertrag der Großen Koalition festgelegt.“

09.05.2018